Musik made in Germany

2013-07-10 22.03.17Am Abend der Record Release Party von Chefkets ‚Identitäter EP‘ sehe ich einerseits viele neue junge Gesichter und andererseits vermisse ich auch einige alte Bekannte. In dem Gewühl des ausverkauften  Privatclubs, der sich jetzt im Postgebäude der Skalitzer Strasse befindet, kann man allerdings auch schon mal jemanden übersehen. Einerseits auf der Bühne und andererseits auch im Publikum.

Amewu, der alleine das Vorprogramm bestreitet, stellt sich mit einiger Ironie als Gris vor und beginnt dann mit diversen weiteren ironischen Anmoderationen seine Show. Er startet mit dem Nas Classic ‚One Love‘ Instrumental und holt eine grandios singende und freestylende Sol auf die Bühne, die als weiblicher MC sehr überzeugend ist. Die Menge ist euphorisch.

Was mich einigermaßen verwirrt ist das vollständige Fehlen der üblichen Edit Entertainment Logos und auch auf meinem Handgelenk steht ein Stempel mit dem four music Logo. Auf einschlägigen Seiten lese ich nun, dass Chefket wohl im Moment gerade ohne Label ist und four music derzeit das Artist Management machen. Die Show geht desweiteren auch ohne Support und DJ weiter, was Bühnentier Amewu allerdings so locker mit Push Ups (‚training day‘) kompensiert, dass die Stimmung im Publikum weiterhin positiv bleibt.

Die nächste Überraschung ist der Haupt-Act. Plötzlich stehen fünf junge Frauen auf der Bühne. Eine Liveband mit DJane und Supportsängerinnen inklusive Live Drums und Bass. Chefket hat die Frauenquote damit sowas von übererfüllt, dass einem die sonst hauptsächlich männlichen MCees nun doch gar nicht mehr so sehr fehlen. Das Programm der Live Show, das eine gesunde Mischung von alten Songs einerseits, und denen der neuen EP andererseits, überzeugt.

Ich sehe, dass zwei sehr verschiedene Zielgruppen angesprochen werden – die neue, junge deutsche Festival Jugend – und die oldschool HipHop Veteranen. Im Song Identitäter gelingt die Mischung vielleicht am besten. Zwischen den üblichen ich-feier-mein-Leben Songs sind auch kritische Texte versteckt. Besonders ‚Made in Germany‘ überzeugt durch die Kritik an Deutschland als Ort der Waffenherstellung und auch musikalisch. Bang Bang (der Refrain des Songs) bleibt mir am meisten im Ohr. Auch sonst setzt sich Chefket seinen Texten mit Themen wie Migrationshintergrund und Vorurteilen auseinander. Zum Beispiel im Track ‚Entscheide Du‘ mit Motrip und Tua. Das gesamte Programm kommt sehr soul-lastig daher. Keine große Überraschung, da Chefket einer der wenigen Rapper ist, die auch wirklich singen können.

Das große Finale mit Marteria (‚was wir sind‘) wird hart gefeiert. Ich persönlich hätte mich mehr über Samy Deluxe gefreut, auf dessen Feature ich am meisten gespannt war. Aber das kann ich mir ja nun in der EP anhören – am Eingang war es für fünf Euro erhältlich. Rough Trade Distribution steht auf der Rückseite, also gehe ich davon aus, dass es auch auf der einen oder anderen Seite erhältlich sein wird.

Komische Musik

Es ist schon einige Jahre her seitdem David Deery sein Debüt in der PingPong Bar feierte. Der Schnurrbart stand ihm noch frisch gewachsen im Gesicht. Jetzt hatte ich das Vergnügen eine, von ihm präsentierte, musikalische Comedy Show zu sehen.

„Wieviele hier sind aus Berlin?“, fragt David Deery, zögerlich heben drei Leute ihre Hand im Zuschauerraum der Villa Neukölln. Ja es sind viele im Raum, die englisch sprechen. Viele, die nicht aus Berlin sind, aber inzwischen hier leben. Deery selbst kommt aus Amerika. Bevor er ins Comedy-Business überwechselte war er DJ. In seinem Bühnenoutfit mit Fliege, Jacket, einem mutigen Schnurrbart und einer dickgerahmten Hornbrille hebt er sich inzwischen nicht einmal besonders vom durchschnittlichen Berliner Hipster ab. Einer der Gäste in der ersten Reihe hat sogar eine größere Fliege, als David Deery. Manchmal merkt man ihm noch seinen Bezug zum HipHop-Genre an, z.B. wenn er Wu-Tang zitiert: „cash rules everything around me-C.r.e.a.m.“, schließt er die Anmoderation seiner musikalischen Comedy-Gäste.

Die weiteren Künstler sind eine bunte Melange: Von Drag-Queen bis Schuh-Designer ist so ziemlich alles vertreten. Naomi Fearn, David Bonney, Jack Woodhead, Caroline Cliffiord und CRYSPACE. Und eins haben sie alle gemein – sie nehmen kein Blatt vor den Mund und hauen in die Tasten (und Saiten), dass es nur so scheppert. Jeder der Künstler eine super Nummer und verdammt talentiert. Kein Comdedy-Programm in Berlin, dass in dieser Qualität und zu diesem Preis (5 Euro!) zu haben ist. Und das auch noch in entspannter Atmosphäre in einem kleinen Laden in der Hermannstrasse. Beim nächsten mal kann ich nur hoffen, dass der Laden ausverkauft ist, wie auch Deery’s Solo-Shows.

AMEWU – LEIDKULTUR Album Release

Amewu, sag wann kommt endlich dein Album?.. hieß es auf der letzten Scheibe, das war 2009 auf der immer noch einzigartigen „Entwicklungshilfe“. Das Debutalbum dieses ruhigen und wahrscheinlich immer noch von Industrie und Medien haushoch unterschätzten Sprechgesangkünstlers, das auf dem Indielabel Edit Entertainment erschien. Am 15. Juni 2012 kommt nun sein nächstes Werk in den Handel. Label: Edit Entertainment. Schön, dass es dabei geblieben ist. Was bisher durch Teaser zu hören war klingt sehr interessant. Wie im Video zu sehen ist wurde in relaxter Studioatmosphäre bei Kraaz aufgenommen. Hervorzuheben sind dabei wohl unter anderem die Live Drums von Trommel Tobi, den man ja schon vom Turntable Tutorial und den letzten  Long Lost Relative Auftritten kennt. Auf die Produzenten darf man da wohl genauso gespannt sein, wie auf die Texte. Scratches von Dj Werd sind garantiert. Um jeglichen Zweifel an dem Talent Amewus zu zerstreuen empfehle ich euch die Releaseparty heute Donnerstag, den 14.06.2012 im Lido in Kreuzberg.

Snippet zum Album

Long Lost Relative live!

Long Lost Relative treten am Freitag, d. 9.3. im Atlas Pancakes zur Eröffnung und am Samstag, d. 10.3. im Rahmen des Turntable Tutorials im Cafe Wendel auf. Nach einer langen Pause gabs ja vor einiger Zeit beim Konzert von Herr von Grau wieder mal ein eine Live Performance betitelt als 3 Lost Relatives, mit der Ergänzung von Trommel Tobi an den Drums. Beim kommenden Event wird dann auch vorraussichtlich Squil mal wieder am Keyboard begleiten.

Edit: Eröffnung des Atlas Pancakes erst am 31.03.2012..

LLR auf myspace

Atlas Pancakes
Forsterstr.5
10999 Berlin

wendel
schlesische straße 42
10997 berlin
030 61 07 40 29

Free Music ist BeSte!

Nach jüngsten Beiträgen sehe ich eines der Ideale unserer community ungebrochen: Freie Musik im Internet ist immer noch ein Thema! In diesem Sinne bitte ich jetzt mal darum bei facebook oder hier per kommentar euch bekannte free downloads – seien es nun Alben, einzelne Tracks, EPs oder Singles zu posten (mit link) damit wir sie euch archiviert in gesammelter Form präsentieren können.
Bitte nur gema freie Musik.

BerlinerStrassen.net präsentiert: „20 Fine Minutes“ (Unzensierte Netzedition) Altes Mixtape – wieder hochgeladen


Dieses Mixtape wurde von finefin gemischt – es wurde anlässlich einer Radiosendung auf fritz (RBB) mit dem Namen Trackback gesendet. Ich stelle es hier wieder rein, weil es zu Zeiten von BerlinerStrassen.com eine recht repräsentative Auswahl von Künstlern zeigte, die damals bei uns aktiv waren. In Reminiszenz an die alten Zeiten. Viel Spaß beim (wieder)anhören.

Hier gibts auch nochmal den kompletten download mit cover und allem drumherum.

BerlinerStrassen Archiv

Vor langer langer Zeit… gab es einmal eine Seite, auf der konnte man stundenlang cc lizensierte gratis mp3 musik hören. Sie wurde gespeist von einer aktiven Community, die jahrelang unsern BS Player mit Musik fütterte – und diese Tracks stellen wir euch jetzt wieder Stück für Stück zur Verfügung. Moons hat jetzt den Anfang gemacht – der erste Track aus dem BS Archiv ist wieder online. Also geht regelmässig hier nachschauen, besucht dickedecke.de oder besucht uns auf facebook. Bis bald..

runnie

Real M Damoeisda Jaysta – Tripletrup
beat: sick, jaysta

SQU!L-M​!​DN​!​GHT SNACKS VOL​.​1

squil - midnight snacks vol.1

Wer mal so einen leichten Hunger auf überknackig, breakige beats bekommt, und bei seiner akustischen Ernährung auf hochwertige Kost achtet…
der sollte mal die SQU!L – M​!​DN​!​GHT SNACKS VOL​.​1 von Squil probieren. HMMM LECKER! Nach all dem halbgaren Zeug endlich mal wieder was Gesundes! Eine Therapie für die Sinne – einatmen – ausatmen (sollte man sowieso regelmässig machen).

Wer das in seinen Warenkorb legt kann das entweder gratis machen (von strafrechtlicher Verfolgung wird in diesem Fall abgesehen), oder dem Hersteller einen Preis seiner Wahl zahlen.. ein Traum.

Na dann – fröhliches schnabulieren!

http://squil.bandcamp.com/

runnie