Komische Musik

Es ist schon einige Jahre her seitdem David Deery sein Debüt in der PingPong Bar feierte. Der Schnurrbart stand ihm noch frisch gewachsen im Gesicht. Jetzt hatte ich das Vergnügen eine, von ihm präsentierte, musikalische Comedy Show zu sehen.

„Wieviele hier sind aus Berlin?“, fragt David Deery, zögerlich heben drei Leute ihre Hand im Zuschauerraum der Villa Neukölln. Ja es sind viele im Raum, die englisch sprechen. Viele, die nicht aus Berlin sind, aber inzwischen hier leben. Deery selbst kommt aus Amerika. Bevor er ins Comedy-Business überwechselte war er DJ. In seinem Bühnenoutfit mit Fliege, Jacket, einem mutigen Schnurrbart und einer dickgerahmten Hornbrille hebt er sich inzwischen nicht einmal besonders vom durchschnittlichen Berliner Hipster ab. Einer der Gäste in der ersten Reihe hat sogar eine größere Fliege, als David Deery. Manchmal merkt man ihm noch seinen Bezug zum HipHop-Genre an, z.B. wenn er Wu-Tang zitiert: „cash rules everything around me-C.r.e.a.m.“, schließt er die Anmoderation seiner musikalischen Comedy-Gäste.

Die weiteren Künstler sind eine bunte Melange: Von Drag-Queen bis Schuh-Designer ist so ziemlich alles vertreten. Naomi Fearn, David Bonney, Jack Woodhead, Caroline Cliffiord und CRYSPACE. Und eins haben sie alle gemein – sie nehmen kein Blatt vor den Mund und hauen in die Tasten (und Saiten), dass es nur so scheppert. Jeder der Künstler eine super Nummer und verdammt talentiert. Kein Comdedy-Programm in Berlin, dass in dieser Qualität und zu diesem Preis (5 Euro!) zu haben ist. Und das auch noch in entspannter Atmosphäre in einem kleinen Laden in der Hermannstrasse. Beim nächsten mal kann ich nur hoffen, dass der Laden ausverkauft ist, wie auch Deery’s Solo-Shows.

Advertisements

IFA 2012

Das Resümee von einer Woche IFA: Viele nette Leute, von Miss IFA bis hin zur Security. Ein besonderes Lob geht von mir auch an die Leute von der Intel Bloghütte. Sie versorgten Blogger täglich mit Häppchen, Energydrinks, Laptops und vor allem W-Lan.
Die wirklichen Neuheiten muss der Messebesucher jedoch wie immer mit der Lupe suchen. Und das sind.. ja, was eigentlich? Sehr flache sehr grosse Fernseher? OLED? Dass die noch nicht im Handel sind versteht sich von selbst. Also von technischer Seite nichts was einen vom Hocker haut. Anscheinend wurde jetzt einfach alles erfunden. Neu ist nur noch, dass alles jetzt mit Smartphone bedient werden kann – naja wer es braucht kann jetzt die Waschmaschine vom Handy steuern, ausräumen muss man sie aber immer noch selber.

Hier noch ein paar Impressionen:




Die neue Mitte

Es war mal wieder so ein richtig schöner Sommerabend in Berlin. Ein Berlinale Streifen zur öffentlichen Premiere im Kino Central mit insgesamt drei Leuten im Zuschauerraum. Als wenn man wieder im guten alten Berlin allein wär. Wie damals. Fast jedenfalls. Draußen tummeln sich natürlich die Touris in diesem kleinen Versteck nahe des Hackeschen Markts. Die meisten kommen aber nur kurz in den Hof und fotografieren Berlins hippe Streetartkultur ab – dann gehen sie wieder entlang ihrer Sightseeing Route und konsumieren das 0815 Berlin-in-drei-Tagen Programm. In die Vorstellung von This ain’t California -einem dokumentarisch angelegten Film über die Anfänge der Skaterszene in Ostdeutschland- verläuft sich kaum jemand. Im letzten Jahr traf ich hier eine Bekannte die mich fragte „Was machst’n du hier meinem Kiez?“. Naja Kiez ist wohl leicht übertrieben. Flagshipstore von Hugo Boss, Souvenirladen, Bubble Tea, Flagshipstore, Tommy Hilfigger, Addidas, Souvenirladen, Frozen Yoghurt. Das sind ungefähr die Eindrücke auf dem Weg entlang der Rosenthaler und der neuen Schönhauser. Na gut, an der Galerie von Oliver Rath bin ich grad auch vorbeigekommen, aber die Galerien sind schon fast alle weiter oben in Richtung Brunnenstrasse gewandert. Hier gibt’s fast nur noch Konsum aus dem hochpreisigen Segment, Bubble Tea und eben Frozen Yoghurt. „So’n normales italienisches Eis gibts hier garnicht mehr, wa?“, frage ich meine Begleitung. Ok dann eben Frozen Yoghurt. Ist doch eh das gleiche. Hab ich letztens auch zuhause gemacht, voll easy: gefrorene Beeren mit Zucker in den Mixer, Joghurt – paar minuten in den Tiefkühler – fertig. Aber jetzt sehe ich in die Auslage eines Süßwarenladens. Smarties, und son Kram. Ich schaue auf die Preisliste und werde von Informationen überschüttet. Ich merke mir nur den billigsten Preis für die kleinste Portion, € 2,80. Kann ich mir grad noch leisten. Aber halt – das ist nur der Preis für „pure“. Also einfach nur gerfrorener Joghurt. Mit zwei Schokokrossies als „Topping“ kostets schon € 3,60. Ich schaue nicht mehr wieviel das zweite Topping kostet. Letztens hat sich ein Typ am Kudamm aufgeregt, dass er für das bereits von seinen Kindern verschlungene Softeis 1,99 zahlen sollte. Fand ich auch teuer. Aber das? Na gut ist halt kein Platz für mich. Das ist nur noch zum Touris melken hier. Nicht mein Kiez sozusagen. Aber ist das überhaupt noch irgendjemandes Kiez? Ich trete den wunderschönen Abendspaziergang in Richtung Kreuzberg an. Vorbei an der unsagbar teuren Humboldt Box und weide mich an der Architektur der sozialistischen Stadtplanung an der Leipziger Straße im Abendrot. Gratis.

BerlinerStrassen auf der IFA Berlin?

Bereits zur IFA 2011 betreute ich die Bloggerlounge. Leider hatte sich die Errungenschaft nicht sehr weit herumgesprochen. Gut für die paar Blogger, die sich trotzdem dort eingefunden hatten, für die gabs ein paar gratis Kopfhörer und Bionade bis zum Umfallen. Ausserdem gab es praktischerweise WiFi. Warum Blogger in Deutschland immer noch viele Schwierigkeiten haben sich neben der Journalisten „Konkurrenz“ zu behaupten wurde dort übrigens schnell klar: Das Problem der Akkreditierung. Ich selbst war zwar in Kooperation mit einem der Sponsoren mit der Betreuung des Standes beauftragt, aber dass man sich bei der IFA überhaupt als Blogger akkreditieren kann war auch mir bis dato noch unbekannt. Kein Wunder. Denn wie sich im Gespräch mit Jochen Siegle von TechFieber herausstellte, hatte sich die Funkausstellung erstmalig zu dieser Neuerung durchringen können. Und das obwohl gerade die Jüngeren dieser technisch versierten Blogger ja durchaus auf das Konsumentenprofil dieser Messe passen. Und nicht nur die. Auch die Jugendlichen über 30 können sich nicht ganz der Faszination dieser Messe erwähren. Wer weiß, ob sich der Autor dieses Artikels auch ohne den Besuch zum Kauf eines Tablets durchgerungen hätte. Auf jeden Fall werde ich dieses Jahr wieder am Start sein. Vielleicht diesmal mit Visitenkärtchen und vielleicht auch mit der Bloggerakkreditierung. Wer weiß.

Mysteriöse Spuren eines Biests

 Auf meinem Mittagsspaziergang musste ich heute eine schreckliche Entdeckung machen. In der nähe des Körnerparks waren die Spuren eines sich selbst so bezeichnenden Biests auf dem Asphalt zu sehen. Die Fährte ist allerdings nicht lang – beginnt aus dem Nichts und endet in diesem Schablonen Graffiti auf dem Boden. Erstaunlicherweise hatte ich immer Vorurteile was die Größe und Form der Füße eines Biests angeht – ich entschuldige mich an dieser Stelle beim Biest und allen verantwortlichen Biestschützervereinen.

run

AMEWU – LEIDKULTUR Album Release

Amewu, sag wann kommt endlich dein Album?.. hieß es auf der letzten Scheibe, das war 2009 auf der immer noch einzigartigen „Entwicklungshilfe“. Das Debutalbum dieses ruhigen und wahrscheinlich immer noch von Industrie und Medien haushoch unterschätzten Sprechgesangkünstlers, das auf dem Indielabel Edit Entertainment erschien. Am 15. Juni 2012 kommt nun sein nächstes Werk in den Handel. Label: Edit Entertainment. Schön, dass es dabei geblieben ist. Was bisher durch Teaser zu hören war klingt sehr interessant. Wie im Video zu sehen ist wurde in relaxter Studioatmosphäre bei Kraaz aufgenommen. Hervorzuheben sind dabei wohl unter anderem die Live Drums von Trommel Tobi, den man ja schon vom Turntable Tutorial und den letzten  Long Lost Relative Auftritten kennt. Auf die Produzenten darf man da wohl genauso gespannt sein, wie auf die Texte. Scratches von Dj Werd sind garantiert. Um jeglichen Zweifel an dem Talent Amewus zu zerstreuen empfehle ich euch die Releaseparty heute Donnerstag, den 14.06.2012 im Lido in Kreuzberg.

Snippet zum Album

Urbaner Dschungel

Aufgrund hoher Beliebtheit des Gebietes nördlich des Hermannplatzes gibt es viele Veränderungen in Kreuzkölln. Manche sind gut. Andere vielleicht weniger. Was aber auffällt ist, daß viele jahrzehntelang vor sich hingammelnde Altbauten saniert werden oder wurden. Ob die damit gewonnene Lebensqualität die höheren Mieten ausgleicht bleibt meist offen. Hier habe ich allerdings mal eine positive Seite dieser Baumaßnahmen gefunden: Eine Wallpaper Installation in der Urbanstrasse. Leider ist es mir bisher nicht gelungen die Namen der Künstler zu recherchieren, die sich hier für kurze durch hervorragende Verschönerungsmaßnahmen des Bauzauns betätigt haben. Wer hierzu ein paar Infos hat, den möchte ich gerne bitten, dieses Wissen mit BerlinerStrassen zu teilen.

P.S.: In der Raumkunst (Weser- ecke Hobrechtstrasse) ist jetzt übrigens ein Bioladen…

Urban Gardening im Nachbarschaftsgarten

Im Nachbarschaftsgarten in der Bornsdorfer Stasse in Berlin Neukölln können Anwohner/Nachbarn aus dem Kiez fröhlich losgärtnern. Nach einem Scheuen Blick wurde ich heute mit einem freundlichen „kommt rein“ zum Mitmachen beim Gärtnern eingeladen. Die Initiative Nachbarschaftsgarten hat aus einer illegalen Müllhalde auf den Nachbargrundstücken neben der Kita Bornsdorfer Strasse einen urbanen Garten angelegt. Nach einer kurzen Besichtigung des Geländes, habe ich mich dann auch gleich mit den fleißigen Initiatoren und Begleitung an die Arbeit gemacht. Vier Hochbeete aus Paletten und vier weitere aus Plastikkörben wurden für die erste Pflanzung fit gemacht. Die erste Salatpflanzung ist in der Erde und kann jetzt unter dem Schutz alter Altbaufensterscheiben wachsen. Ein tolles Projekt, das auch weitere Gartenfreunde zum Mitmachen einlädt. Immer Dienstags, Freitags und manchmal eben auch Sonntags kann man hier reinschauen und sich im Garten betätigen. Mehr gibts bald auch auf dem Nachbarschaftsgarten44 blog zu lesen.

Berliner Strassen Ecke…

Wie ihr sehen könnt ziert jetzt die Raumkunst Hobrecht- / Ecke Weserstrasse den Kopf von Berlinersttrassen.net. Für diejenigen, die nicht Stadtplanung studiert haben, James Friedrich Ludolf Hobrecht hat entscheidend an der Planung von Berlin mitgewirkt. Ihm ist nicht nur die moderne Kanalisation zuzuschreiben, die heute noch unter den Berlinerstrassen entlang führt. Nur diese wird ihm nämlich laut Informationstafel  in der Hobrechtstraße  zugeschrieben. Zur Strafe wird im Wikipedia Eintrag zu James Hobrecht wohl auch diese Straße nicht erwähnt. Er wirkte maßgeblich an der Aufstellung des sogenannten Hobrechtplans mit, über den es sich auch etwas zu lesen lohnt. Herr Weser war bekanntlich Erfinder und Entdecker des nach ihm benannten Flusses, deswegen möchte ich nun nicht näher darauf eingehen. Die Szene  auf dem Bild entspricht übrigens nicht der Wirklichkeit und alle Ähnlickeiten zu real existierenden Personen oder KFZ Kennzeichen sind rein zufällig.

Bild zum Artikel auf der fb fanpage