Rückblick: 12 Jahre berlinerstrassen

Seit etwa 12 Jahren existiert berlinerstrassen, begonnen als Community Seite mit Streetart und und freier Musik aus dem Umfeld der berlinerstrassen. Heute möchte ich einen Rückblick aus einer Fotokiste geben und ein paar Stichworte dazu in den Raum werfen. Wer die Verbindung zu den jeweiligen Bildern errät, gewinnt ein Lächeln.

Samarita Geto, Squil, Kreuzberg, B-Ski, Jaysta, Börek, Berlin, Plattenbau, U1, Kreuzberg, Friedrichshain, DJ Werd, Bussi, Os Gemeos, Görli, Real-M, Kenji 451, BeSt, Kotti, streetart…

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berlinerstrassen: Archivfotos aus Amsterdam, Cottbus, F-Hain, KRZBRG, Leipzig, Paris & Berlin

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Musik made in Germany

2013-07-10 22.03.17Am Abend der Record Release Party von Chefkets ‚Identitäter EP‘ sehe ich einerseits viele neue junge Gesichter und andererseits vermisse ich auch einige alte Bekannte. In dem Gewühl des ausverkauften  Privatclubs, der sich jetzt im Postgebäude der Skalitzer Strasse befindet, kann man allerdings auch schon mal jemanden übersehen. Einerseits auf der Bühne und andererseits auch im Publikum.

Amewu, der alleine das Vorprogramm bestreitet, stellt sich mit einiger Ironie als Gris vor und beginnt dann mit diversen weiteren ironischen Anmoderationen seine Show. Er startet mit dem Nas Classic ‚One Love‘ Instrumental und holt eine grandios singende und freestylende Sol auf die Bühne, die als weiblicher MC sehr überzeugend ist. Die Menge ist euphorisch.

Was mich einigermaßen verwirrt ist das vollständige Fehlen der üblichen Edit Entertainment Logos und auch auf meinem Handgelenk steht ein Stempel mit dem four music Logo. Auf einschlägigen Seiten lese ich nun, dass Chefket wohl im Moment gerade ohne Label ist und four music derzeit das Artist Management machen. Die Show geht desweiteren auch ohne Support und DJ weiter, was Bühnentier Amewu allerdings so locker mit Push Ups (‚training day‘) kompensiert, dass die Stimmung im Publikum weiterhin positiv bleibt.

Die nächste Überraschung ist der Haupt-Act. Plötzlich stehen fünf junge Frauen auf der Bühne. Eine Liveband mit DJane und Supportsängerinnen inklusive Live Drums und Bass. Chefket hat die Frauenquote damit sowas von übererfüllt, dass einem die sonst hauptsächlich männlichen MCees nun doch gar nicht mehr so sehr fehlen. Das Programm der Live Show, das eine gesunde Mischung von alten Songs einerseits, und denen der neuen EP andererseits, überzeugt.

Ich sehe, dass zwei sehr verschiedene Zielgruppen angesprochen werden – die neue, junge deutsche Festival Jugend – und die oldschool HipHop Veteranen. Im Song Identitäter gelingt die Mischung vielleicht am besten. Zwischen den üblichen ich-feier-mein-Leben Songs sind auch kritische Texte versteckt. Besonders ‚Made in Germany‘ überzeugt durch die Kritik an Deutschland als Ort der Waffenherstellung und auch musikalisch. Bang Bang (der Refrain des Songs) bleibt mir am meisten im Ohr. Auch sonst setzt sich Chefket seinen Texten mit Themen wie Migrationshintergrund und Vorurteilen auseinander. Zum Beispiel im Track ‚Entscheide Du‘ mit Motrip und Tua. Das gesamte Programm kommt sehr soul-lastig daher. Keine große Überraschung, da Chefket einer der wenigen Rapper ist, die auch wirklich singen können.

Das große Finale mit Marteria (‚was wir sind‘) wird hart gefeiert. Ich persönlich hätte mich mehr über Samy Deluxe gefreut, auf dessen Feature ich am meisten gespannt war. Aber das kann ich mir ja nun in der EP anhören – am Eingang war es für fünf Euro erhältlich. Rough Trade Distribution steht auf der Rückseite, also gehe ich davon aus, dass es auch auf der einen oder anderen Seite erhältlich sein wird.

Die neue Mitte

Es war mal wieder so ein richtig schöner Sommerabend in Berlin. Ein Berlinale Streifen zur öffentlichen Premiere im Kino Central mit insgesamt drei Leuten im Zuschauerraum. Als wenn man wieder im guten alten Berlin allein wär. Wie damals. Fast jedenfalls. Draußen tummeln sich natürlich die Touris in diesem kleinen Versteck nahe des Hackeschen Markts. Die meisten kommen aber nur kurz in den Hof und fotografieren Berlins hippe Streetartkultur ab – dann gehen sie wieder entlang ihrer Sightseeing Route und konsumieren das 0815 Berlin-in-drei-Tagen Programm. In die Vorstellung von This ain’t California -einem dokumentarisch angelegten Film über die Anfänge der Skaterszene in Ostdeutschland- verläuft sich kaum jemand. Im letzten Jahr traf ich hier eine Bekannte die mich fragte „Was machst’n du hier meinem Kiez?“. Naja Kiez ist wohl leicht übertrieben. Flagshipstore von Hugo Boss, Souvenirladen, Bubble Tea, Flagshipstore, Tommy Hilfigger, Addidas, Souvenirladen, Frozen Yoghurt. Das sind ungefähr die Eindrücke auf dem Weg entlang der Rosenthaler und der neuen Schönhauser. Na gut, an der Galerie von Oliver Rath bin ich grad auch vorbeigekommen, aber die Galerien sind schon fast alle weiter oben in Richtung Brunnenstrasse gewandert. Hier gibt’s fast nur noch Konsum aus dem hochpreisigen Segment, Bubble Tea und eben Frozen Yoghurt. „So’n normales italienisches Eis gibts hier garnicht mehr, wa?“, frage ich meine Begleitung. Ok dann eben Frozen Yoghurt. Ist doch eh das gleiche. Hab ich letztens auch zuhause gemacht, voll easy: gefrorene Beeren mit Zucker in den Mixer, Joghurt – paar minuten in den Tiefkühler – fertig. Aber jetzt sehe ich in die Auslage eines Süßwarenladens. Smarties, und son Kram. Ich schaue auf die Preisliste und werde von Informationen überschüttet. Ich merke mir nur den billigsten Preis für die kleinste Portion, € 2,80. Kann ich mir grad noch leisten. Aber halt – das ist nur der Preis für „pure“. Also einfach nur gerfrorener Joghurt. Mit zwei Schokokrossies als „Topping“ kostets schon € 3,60. Ich schaue nicht mehr wieviel das zweite Topping kostet. Letztens hat sich ein Typ am Kudamm aufgeregt, dass er für das bereits von seinen Kindern verschlungene Softeis 1,99 zahlen sollte. Fand ich auch teuer. Aber das? Na gut ist halt kein Platz für mich. Das ist nur noch zum Touris melken hier. Nicht mein Kiez sozusagen. Aber ist das überhaupt noch irgendjemandes Kiez? Ich trete den wunderschönen Abendspaziergang in Richtung Kreuzberg an. Vorbei an der unsagbar teuren Humboldt Box und weide mich an der Architektur der sozialistischen Stadtplanung an der Leipziger Straße im Abendrot. Gratis.

AMEWU – LEIDKULTUR Album Release

Amewu, sag wann kommt endlich dein Album?.. hieß es auf der letzten Scheibe, das war 2009 auf der immer noch einzigartigen „Entwicklungshilfe“. Das Debutalbum dieses ruhigen und wahrscheinlich immer noch von Industrie und Medien haushoch unterschätzten Sprechgesangkünstlers, das auf dem Indielabel Edit Entertainment erschien. Am 15. Juni 2012 kommt nun sein nächstes Werk in den Handel. Label: Edit Entertainment. Schön, dass es dabei geblieben ist. Was bisher durch Teaser zu hören war klingt sehr interessant. Wie im Video zu sehen ist wurde in relaxter Studioatmosphäre bei Kraaz aufgenommen. Hervorzuheben sind dabei wohl unter anderem die Live Drums von Trommel Tobi, den man ja schon vom Turntable Tutorial und den letzten  Long Lost Relative Auftritten kennt. Auf die Produzenten darf man da wohl genauso gespannt sein, wie auf die Texte. Scratches von Dj Werd sind garantiert. Um jeglichen Zweifel an dem Talent Amewus zu zerstreuen empfehle ich euch die Releaseparty heute Donnerstag, den 14.06.2012 im Lido in Kreuzberg.

Snippet zum Album

Urbaner Dschungel

Aufgrund hoher Beliebtheit des Gebietes nördlich des Hermannplatzes gibt es viele Veränderungen in Kreuzkölln. Manche sind gut. Andere vielleicht weniger. Was aber auffällt ist, daß viele jahrzehntelang vor sich hingammelnde Altbauten saniert werden oder wurden. Ob die damit gewonnene Lebensqualität die höheren Mieten ausgleicht bleibt meist offen. Hier habe ich allerdings mal eine positive Seite dieser Baumaßnahmen gefunden: Eine Wallpaper Installation in der Urbanstrasse. Leider ist es mir bisher nicht gelungen die Namen der Künstler zu recherchieren, die sich hier für kurze durch hervorragende Verschönerungsmaßnahmen des Bauzauns betätigt haben. Wer hierzu ein paar Infos hat, den möchte ich gerne bitten, dieses Wissen mit BerlinerStrassen zu teilen.

P.S.: In der Raumkunst (Weser- ecke Hobrechtstrasse) ist jetzt übrigens ein Bioladen…

Long Lost Relative live!

Long Lost Relative treten am Freitag, d. 9.3. im Atlas Pancakes zur Eröffnung und am Samstag, d. 10.3. im Rahmen des Turntable Tutorials im Cafe Wendel auf. Nach einer langen Pause gabs ja vor einiger Zeit beim Konzert von Herr von Grau wieder mal ein eine Live Performance betitelt als 3 Lost Relatives, mit der Ergänzung von Trommel Tobi an den Drums. Beim kommenden Event wird dann auch vorraussichtlich Squil mal wieder am Keyboard begleiten.

Edit: Eröffnung des Atlas Pancakes erst am 31.03.2012..

LLR auf myspace

Atlas Pancakes
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wendel
schlesische straße 42
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