Wahlkrampf 2013 – Wo gehts lang?

wahlkrampfEin Laternenmast voller Plakate in Berlin Neukölln. Es ist mal wieder Bundestagswahl. Wie ein Wanderer vor dem Wegweiser steht man nun vor diesem Kunstwerk von Ideenlosigkeit. Streetart mal ganz anders. Auffallend ist, dass lediglich die Splitterparteien klare Ansagen machen. Die Linke skandiert in Bild-Manier „Miete und Energie: Bezahlbar für alle.“ Die Piraten thematisieren das Problem der geringen Wahlbeteiligung mit der hoffnungslosen Frage „Warum häng ich hier eigentlich? Ihre geht ja eh nicht wählen“. Schon etwas skurril, aber immerhin provokant. Nur was Sie dem Wähler damit versprechen wollen bleibt etwas unklar. Die MLPD fordert „Freiheit für Kurdistan und Palästina“ und die FDP traut sich anscheinend gar nicht erst zu plakatieren im Körnerkiez.

Die Grünen haben ihr plakatives Highlight mal wieder in Kreuzberg-Friedrichshain mit dem Seyfried-Plakat auf dem Ströbele um eine Hanpfpflanze tanzt. Die CDU und die SPD haben als Motto „Das Wir entscheidet“ und „Gemeinsam erfolgreich“ zu bieten. Aber zu wem  gehört eigentlich welche Parole? Auch was die Plakatgestaltung angeht treten die beiden großen lediglich mit Köpfen an. Aber irgendwie bekommen es die zwei Parteien nicht hin, uns ihre Ziele erfolgreich zu vermitteln. Erst kürzlich stellte dies eine Sendung im ARD mit dem Titel „Der Kandidaten Check“ fest.

Auch das beliebte Adbusting, das sonst unseren grauen Wahl-Alltag etwas aufheitere scheint durch die Ideenlosigkeit der Slogans auf ein Minimum beschränkt zu sein. In den letzten Jahren hatten einige Straßenkunst Aktivisten, die Partei und auch die Bergpartei wenigstens ab und zu ein Lächeln auf die traurigen Wählergesichter zaubern können. Dieses Jahr scheinen selbst die Kampfansagen der rechten Parteien austauschbar und unmotiviert. Ich erinnere mich an das Sprüche Receycling und einige bunte Popos bei der NPD. Farbige Hinterteile in Gelb, Rot, Grün und schwarz – steht die NPD jetzt für Multikulti? Vielleicht sollten sich die Parteien mal dem Zeigeist anpassen und wie Obama Straßenkünstler und Graffitimaler für Ihre Kampagnen anstellen – dann klappts vielleicht auch mit mit der Street Credibility. Obey! – äh, Obama!, Change! und so. Währenddessen muss man zum deutschen Bundestags-Wahlkrampf sagen: No – we can’t.

 ströbele_felgentreu

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